04.04.2020
Atemmaske - Coronavirus: Schützen selbst genähte Masken?

Die Logik hinter einer Maskenpflicht lautet: Wenn alle sich daran halten, sinkt insgesamt das Infektionsrisiko in der Gesellschaft. 

In den sozialen Medien gibt es derzeit Initiativen, um die Verbreitung des Coronavirus durch selbst genähte Schutz­masken einzudämmen. Dazu kursieren im Internet zahl­reiche Videos und Anleitungen. Private und öffentlich organisierte Gruppen produzieren sogenannte Behelfs-Mund-Nasen-Schutzmasken in größeren Mengen.

Allerdings ist die Filterwirkung der Stoffmasken nicht mit professionellen Masken der Schutznormen FFP2 und FFP3 vergleichbar. Sie sind deshalb beispielsweise nicht für den Einsatz auf Intensivstationen geeignet.

DIY-Mundschutz bremst Tröpfchen beim Ausatmen

Während eine N95- oder FFP2-Maske in einer Studie nur 0,12 Prozent der Partikel durchließ, waren es bei Masken, die im Do-it-yourself-Verfahren (DIY) aus Baum­wolle her­gestellt wurden, 74 bis 90 Prozent. Wer eine solche Maske zum eigenen Schutz trägt, atmet also etwa 700-mal mehr Viren ein als mit einer professionellen Atemschutzmaske.

Dennoch können selbst genähte Masken in Pflegeheimen, im Supermarkt und in Bussen und Bahnen einen gewissen Schutz für die Mitmenschen bieten, weil sie den Tröpfchen­flug in der Ausatemluft des Maskenträgers deutlich verringern.


Vom Mundschutz bis zur FFP3-Maske

Quelle:  https://www.tagesschau.de/faktenfinder/corona-masken-103.html

Professionell gefertigter MNS (Mund-Nasen-Schutz)

Als MNS definiert das RKI einen "mehrlagigen, dicht­an­lie­gen­den Mund-Nasen-Schutz" - eine Anforderung, die ein selbstgenähter Gesichtsschutz kaum erfüllen dürfte. Doch auch professionell gefertigte MNS-Halb­masken schützen den Träger nicht vor Viren, können aber Tröpfchen des jeweiligen Trägers auf­fangen.

Zertifizierte Masken mit Schutzfunktion

Für pflegerische Tätigkeiten oder andere Situationen, in denen Menschen engen Kontakt zu Influenza- oder Covid-19-Verdachtsfällen haben, wird ein einfacher Gesichts­schutz eigentlich als ungeeignet einge­stuft. Dafür gibt es Masken mit der Schutzstufe FFP-2, die bestimmte An­forderungen zum Filtern von Par­tikeln erfüllen müssen. Sie sind beispielsweise wichtig für den Einsatz in Kranken­häusern, damit sich das Personal nicht infiziert. Geregelt sind die Anforderungen an solche Masken in der euro­päischen Norm 149; FFP steht für "filtering facepiece".

Die selbst gemachten Schutzmasken ersetzen selbst­ver­ständlich keine FFP2-Masken.

Als „normale“ Schutzmasken sind Sie in der Öffentlichkeit aber sehr nützlich.